Hilfe bei Depressionen, Angstzuständen, Lebenskrisen, Trauer, Stress, Burnout und Tinnitus

Deine erste Pflicht ist, dich selbst glücklich zu machen. Bist du selbst glücklich, so machst du auch andere glücklich.  ( Ludwig Feuerbach)

Behandlung des Tinnitus

 

 

Der therapeutische Ansatz zur Behandlung des Tinnitus ist ein Umlernen (Retraining) der zentralen Hörvorgänge im Gehirn. Es wird nun versucht, die gestörte Filterfunktion unseres Hörsystems wieder herzustellen und unsere akustische Wahrnehmung von den Störgeräuschen abzukoppeln. Ziel dieses Trainings ist es, dass die Ohrgeräusche nicht oder nicht mehr als störend wahrgenommen werden.

Bisher ging man davon aus, dass eine bestimmte Schädigung z. B. ein Lärmtrauma im Innenohr, den Tinnitus auslöst und am Leben hält. Die Physikalischen Veränderungen an der Schnecke im Innenohr sind lediglich Auslöser des Ohrgeräusches, das aber in jedem Fall durch eine zentrale Fehlregulation im Gehirn negativ besetzt und verarbeitet wird.

Retraining bedeutet also nichts anderes als die Wiederherstellung einer normalen Verarbeitung aller Geräusche.

Um das Hörsystem in diese Richtung zu stimulieren, muss es zunehmend an äußere Höreindrücke gewöhnt werden und die gedankliche Fixierung des Patienten auf das Ohrgeräusch durchbrochen werden. Hierzu dient eine Behandlung mit Geräuschgeräten (z.B. Klangschalen), aber auch der strikt einzuhaltende Ratschlag, Stille zu meiden. Weiterhin muss der Patient die Beobachtung seines Tinnitus, das „In sich hinein hören“ ob der Tinnitus noch da ist, vollständig verlassen.

Die mit den Ohrgeräuschen verbundene Stressreaktion, Nervosität und Übererregbarkeit können durch Entspannungstechniken stark gedämpft werden. Sie tragen wesentlich zum Gelingen bei, die Wahrnehmung auf positive Dinge umzulenken sowie Schlaf- und Konzentrationsstörungen zu beseitigen.

In Übungen zur Hörwahrnehmung (Klangschalen) kann man lernen, den so genannten Störschall vom Nutzschall zu trennen. Das so genannte selektive Hören und auch das Richtungshören können verbessert oder neu erlernt werden. Wenn dies gelingt, erlebt der Patient eine positive Hörwahrnehmung, die ihn von seinem emotional negativ besetzten Tinnitus herunter bringt.

Mittlerweile hat sich gezeigt, dass die Aufmerksamkeitsumlenkung nicht nur durch akustische Reize funktioniert, sondern auch durch optische Reize. Dabei sollen sich die Patienten vorstellen, wie das Sonnenbaden in einem bequemen Liegestuhl oder das Umgeben sein von Wald und Vorgelgezwitscher.

Tinnitus, der durch negativen Stress entstanden ist, also z.B. durch eine erhöhte Glutamatausschüttung (die für die Hirn- und Sinneszellenschädigung verantwortlich ist, also auch für die Schädigung der Hörzellen und Spiralganglienzellen), kann durch Stressreduzierung mit Entspannungsverfahren sinnvoll begegnet werden. Das Stress-erleben und die Stressbewältigung spiele dabei eine wichtige Rolle. Im Vordergrund steht dabei die Stärkung der psychischen Widerstandsfähigkeit.

Ist die Ursache für den Tinnitus nicht die Schwerhörigkeit und auch kein Tumor, so kann auch eine Musiktherapie Linderung verhelfen. Dazu wird die persönliche konkrete Tinnitusfrequenz und Tinnitusqualität in musikalischen Elementen eingebaut und dann wird ein Gong oder auch mehrere Klangschalen verwendet. Während die Instrumente zum Einsatz kommen, ist der Tinnitus nicht mehr wahrnehmbar, der Tinnitus wird also maskiert. Der verhasste Ton wird damit mit positiven Gefühlen verbunden. Er kann dadurch leichter akzeptiert werden und er verliert seine angsteinflößende Wirkung. Schließlich wird damit die neuronale akustische Wahrnehmung reorganisiert. Durch diese Therapie wird dem Patienten bewusst, dass er dem Ton nicht hilflos ausgesetzt ist, sondern ihn wirklich effektiv kontrollieren kann. Allein durch diesen „Kontrollgewinn“ fühlen sich viele Betroffene besser.

Klangmassage – Die moderne Tinnitus Therapie

Ziel auch dieser Tinnitus Therapie ist es, die „negative“ emotionale Färbung und gedankliche Bewertung der Ohrgeräusche zu relativieren und so eine Gewöhnung (Habituation) zu erreichen. Denn grundsätzlich besitzen wir die Fähigkeit zum gelassenen Umgang mit Dauerreizen, z. B. den Berührungsreiz unserer Textilien oder das Tragen der Brille. Und dies kann man auch in Bezug auf Ohrgeräusche lernen.

Diese Therapieform wird auch Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT, von engl.: retrain = umlernen) genannt.

Auch wenn der Tinnitus bereits mehr als 12 Monate besteht, ist die Klangmassage zur psychovegetativen Umstimmung der Tinnitus Wahrnehmung ebenfalls sehr hilfreich. Sie sollte aber nicht mit der Absicht durchgeführt werden, den Tinnitus zu beseitigen. Vielmehr die Auswirkungen des Ohrgeräusches auf emotionaler und vegetativer Ebene zu modulieren, neue positive Klangerfahrungen zu vermitteln und damit die Betroffenheit zu mildern.

Aus neurobiologischer Sicht kann die Wirkungsweise der Klangmassage so erklärt werden. Mit Hilfe der Klangschale auf dem Bauch oder Kreuzbein (z.B. tief tönende Beckenschale) werden im Gehirn somato-sensorische Nervenzellnetzwerke bzw. Karten („Körpergedächtnis) aktiviert, die mit innerer Ruhe, Frieden, Sicherheit oder Geborgenheit verbunden, d. h. emotional „positiv“ besetzt sind. Lässt man den Tinnitus - Betroffenen während er in einem solchen Zustand ist, gleichzeitig auf sein Ohrgeräusch fokussieren, werden die aktivierten, positiv besetzten, somato-sensorischen Nervenzellnetzwerke mit der Tinnitus bezogenen, emotional „negativ“ besetzten Nervenzellaktivität verknüpft, woraus neue synaptische Verbindungen entstehen. So wird die Tinnitus Wahrnehmung systematisch mit einer Entspannungsreaktion verknüpft, was den Habituations-Vorgang (Gewöhnungsvorgang) an das Ohrgeräusch erleichtert. 

Die Klangmassage stellt eine Gegenkonditionierung dar, die wie folgt erklärt werden kann:

Die Klangschale stellt zunächst einen unkonditionierten Stimulus (US) dar. Sie ruft bei Anwendung die unkonditionierte Reaktion (UR) der Entspannung hervor(siehe 1.). Bei häufiger Anwendung wird aus der unkonditionierten Reaktion eine konditionierte Reaktion (CR), die mit Entspannung verbunden wird.

Wird nun die konditionierte Reaktion des Tinnitus (CS) mit der Klangschale (US) verbunden (siehe 2.), so kommt es zunächst zur Reaktion der Entspannung UR. Bei Wiederholung der Klangmassage wird CS mit CR der unmittelbaren Entspannung verbunden (siehe 3.).

1) US (Klangmassage) UR (Entspannung)

2) CS (Tinnitus) + US (Klangmassage) führt zu UR (Entspannung)

3) CS (Tinnitus) zu CR (Entspannung)

Bei einseitigem Tinnitus hat sich, nach Etablierung eines Zustands der Sicherheit und Entspannung (Beckenschale), das langsam, wechselweise sanfte Anschlagen der Herzschale in Nähe des Tinnitus bzw. Gegenohres mit der Aufforderung an den Betroffenen, den Ton der Herzschale zu folgen, bewährt.

Für weitere Informationen oder die Vereinbarung eines Probetermins nehmen Sie bitte gerne Kontakt mit mir auf.